Simone Gingrich: Nachhaltigkeit im ländlichen Raum: eine sozial-ökologische Langzeitperspektive

Rural History Forum 56

  • Was Termin
  • Wann 06.11.2018 von 14:00 bis 15:30 (Europe/Vienna / UTC100)
  • Wo St. Pölten, NÖ Landesarchiv, Seminarraum (Erdgeschoß)
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Die Geschichte des ländlichen Raums in Österreich ist eng mit der Geschichte der Land- und Forstwirtschaft verbunden. Aus einer sozial-ökologischen Perspektive ist der ländliche Raum maßgeblich verantwortlich für die Biomasseentnahme einer Gesellschaft, die den gesellschaftlichen Stoffwechsel prägt. Die Art der Flächennutzung, die Bewirtschaftungspraktiken und die Höhe der Erträge in Land- und Forstwirtschaft bestimmen mit, wie eine Gesellschaft mit Nahrungsmitteln und Energie versorgt werden kann, und umgekehrt ist die Energieverfügbarkeit eine wichtige Rahmenbedingung für die Landnutzung.

Industrialisierungsprozesse haben in den letzten zweihundert Jahren dazu geführt, dass sich sowohl die Landnutzung, als auch die Energieverwendung in den ländlichen Gebieten Österreichs stark verändert haben. Damit einher gingen auch starke Verschiebungen von Nachhaltigkeitsproblemen: Die Biomasseproduktion vor 200 Jahren war stark durch lokale Knappheit von Nährstoffen und Arbeitskraft geprägt. Heute hingegen stehen mineralische Nährstoffe und fossile Energieträger zur Verfügung und ermöglichen höhere Erträge, führen aber zu neuen Nachhaltigkeitsproblemen.

In meinem Vortrag werde ich anhand unterschiedlicher sozial-ökologischer Indikatoren für Landnutzungsintensität die Verschiebungen im gesellschaftlichen Stoffwechsel während der Industrialisierung in Österreich diskutieren. Ich werde insbesondere auf den Zusammenhang zwischen Energieverwendung und Landnutzung eingehen, und dessen Relevanz für den Klimaschutz beleuchten. Der Beitrag soll einen Dialog zwischen Nachhaltigkeitsforschung und Geschichte des ländlichen Raums eröffnen.

 

Simone Gingrich ist Senior Scientist am Institut für Soziale Ökologie an der Universität für Bodenkultur Wien.

 

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