Raffaella Sarti rezensierte Jessica Richters Buch für H-Soz-Kult
Soeben auf H-Soz-Kult erschienen ist Raffaella Sartis (Università di Urbino Carlo Bo, Italy) Rezension zu Jessica Richters 2024 veröffentlichter Monografie „Die Produktion besonderer Arbeitskräfte. Auseinandersetzungen um den häuslichen Dienst in Österreich (1880–1938)”. In dem Text bespricht Sarti Richters Forschung zur Geschichte von Hausangestellt:innen im städtischen und ländlichen Raum Österreichs vom Ende des 19. Jahrhunderts bis 1938 umfassend und befindet:
“Richter’s book thus offers an original and comprehensive inquiry that makes an important contribution to the history of work, gender history, and the gendered history of work, expanding the current research on the subject.”
Zum Nachlesen auf H-Soz-Kult:
Raffaella Sarti, Rezension zu: Richter, Jessica: Die Produktion besonderer Arbeitskräfte. Auseinandersetzungen um den häuslichen Dienst in Österreich (1880–1938). Berlin 2024 , ISBN 9783110633351, in: H-Soz-Kult, 05.01.2026, https://www.hsozkult.de/publicationreview/id/reb-158707.
Abstract zum Buch „Die Produktion besonderer Arbeitskräfte. Auseinandersetzungen um den häuslichen Dienst in Österreich (1880–1938)”
Der tiefgreifende Wandel von Arbeit seit dem Ende des 19. Jahrhunderts machte vor dem häuslichen Dienst nicht halt. Aber was Dienst konkret sein, wie er geregelt und praktiziert werden sollte, blieb umstritten: Waren Hausgehilfinnen untergeordnete Mitglieder des Haushalts, Teil der Familie oder Arbeiterinnen? Diese Frage beschäftigte Parlamente, Behörden und Dienstgeber*innen wie Hausgehilfinnen selbst. Die Auseinandersetzungen um den Dienst fanden etwa in Kämpfen für (oder gegen) verbriefte soziale Rechte des Hauspersonals statt, befeuerten Kontroversen über eine Neugestaltung des Dienstrechts, prägten Wohltätigkeitsaktionen, die Praxis der Stellenvermittlungen und das alltägliche Leben und Wirtschaften im fremden Hause. Alle, die mit häuslichen Diensten zu tun hatten, waren an ihnen beteiligt.
Das Buch beschäftigt sich mit diesen Auseinandersetzungen in Österreich von etwa 1880 bis 1938. Die Autorin geht Veränderungen des häuslichen Dienstes nach. Sie erforscht die Unterschiede von Positionen, Perspektiven und Einsätzen und untersucht, wie Hausbedienstete und andere Arbeitskräfte zueinander ins Verhältnis gesetzt wurden. Dabei stützt sie sich auf vielfältige Materialien wie Behördenakten, lebensgeschichtliche Aufzeichnungen, Nachlässe, politische Veröffentlichungen und populäre Literatur, die sie systematisch miteinander vergleicht.