Thomas Stockinger: Wie der Staat auf das ‚flache Land‘ kam

Rural History Forum 50

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  • Wann 11.12.2017 von 14:00 bis 15:30 (Europe/Vienna / UTC100)
  • Wo St. Pölten, NÖ Landesarchiv, Seminarraum (Erdgeschoß)
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Wie der Staat auf das ‚flache Land‘ kam. Reformen der Bezirksverwaltung in der Habsburgermonarchie 1848–1868

Dass die Aufhebung der Grundherrschaft („Grundentlastung“) eine der wichtigsten und dauerhaftesten Errungenschaften der Revolution von 1848 in den meisten Ländern der Habsburgermonarchie war, ist unumstritten. Dass sie nicht nur die ökonomische und soziale Stellung bäuerlicher Betriebe und Familien betraf, sondern auch weitreichende Umstellungen in der Verwaltungsorganisation mit sich brachte, ist zumindest in der Verfassungs- und Verwaltungsgeschichte gleichfalls anerkannt: Erstmals musste ein Netz genuin staatlicher Behörden geschaffen werden, welches das Territorium ‚in der Fläche‘ erfasste und abdeckte – Bezirksgerichte, Bezirkshauptmannschaften, Steuerämter.

Allerdings fehlt es bis jetzt an fundierten Untersuchungen zur Umsetzung und zur Verwaltungspraxis, und somit an einer verlässlichen Basis für eine Einschätzung, wie einschneidend die Folgen von 1848 aus der Sicht der unmittelbar Betroffenen waren. An Quellen und Fallbeispielen aus Niederösterreich, Oberösterreich, der Steiermark und Mähren erforsche ich daher seit einigen Jahren die ersten ca. 20 Jahre der staatlichen Bezirksverwaltung. Leitfragen sind dabei unter anderem: Wie konnten die nötigen Ressourcen für den raschen Aufbau dieser Behörden aufgebracht werden? Woher kam das Personal? Was waren die Haupttätigkeiten der Bezirksbehörden? Wie verhielt sich die ländliche Bevölkerung zu diesen Entwicklungen und welche Auswirkungen spürte sie?

 

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